Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Festivalbesucherinnen und Musikfreunde
es ist mir eine grosse Freude, Sie zur 41. Ausgabe der Blockflötenfesttage in den zauberhaften Räumlichkeiten von Bad Kissingen willkommen zu heissen – und zugleich eine besondere Ehre, dieses einzigartige Festival mit Konzerten, Lehrveranstaltungen, einer umfangreichen Ausstellung und zahlreichen besonderen Höhepunkten begleiten und leiten zu dürfen.
Im Jahr 2026 möchten wir gemeinsam mit Ihnen die Musik, die Blockflöte und unser Miteinander feiern. Unser herzlicher Dank gilt nicht nur dem geschätzten Publikum, sondern ebenso den Künstlerinnen und Künstlern, den Mitgliedern unserer internationalen BlockflötenCommunity, den Ausstellerinnen und Ausstellern, den Lehrenden, dem engagierten Organisationsteam sowie allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern unseres Festivals – unserer grossen Familie der Blockflötenfesttage.
Traditionsgemäss beginnt das Festival an Christi Himmelfahrt. Ab dem 14. Mai 2026 laden wir Sie ein, während vier Tagen die prachtvollen Räumlichkeiten des Regentenbaus und der Erlöserkirche im fränkischen Weltkulturerbe Bad Kissingen zu erleben. Diese aussergewöhnlichen Orte ermöglichen Konzerterlebnisse vom intimen Rezital bis zum grossen kammermusikalischen Format und bieten zugleich den idealen Rahmen für unsere Musikausstellung und den persönlichen Austausch.
Der Rossini-Saal erlaubt musikalische Begegnungen in feinster klanglicher Nuancierung, während die Erlöserkirche Musik zu einem sinnlichen Erlebnis von besonderer Intensität werden lässt. Die Ausstellung findet hauptsächlich im Max-Littmann-Saal statt; zusätzliche Salons stehen zum Ausprobieren der Instrumente zur Verfügung. So entsteht eine konzentrierte, zugleich offene Atmosphäre, die sowohl dem fachlichen Dialog als auch der stillen Begegnung mit dem Instrument Raum gibt.
Auch 2026 folgen die Blockflötenfesttage unserem Leitgedanken Alte Musik im neuen Gewand und erweitern ihn durch neue, überraschende Perspektiven. Die Programmgestaltung spiegelt mein persönliches Credo wider: die Vielfalt der Blockflöte in all ihren künstlerischen, kulturellen und klanglichen Facetten sicht- und hörbar zu machen. Kein anderes Instrument vereint eine derartige Bandbreite an Bauformen, Spieltechniken und Repertoire – von der mittelalterlichen Musik bis zu zeitgenössischen Werken, von europäischer Tradition bis zu interkulturellen Dialogen mit musikalischen Stimmen aus Persien, Taiwan, Armenien, Japan und dem Sefarad.
Zur festlichen Eröffnung am Donnerstagabend begrüsst Sie Maurice Steger in der Erlöserkirche gemeinsam mit herausragenden Instrumentalkolleg*innen mit dem neuen Programm Les Nations en danse. Die französisch-armenische Barockgeigerin Chouchane Siranossian gestaltet die französische Klangwelt farbenreich und detailverliebt, der Barockcellist Mauro Valli bringt die italienische Tradition in klangsinnlichen Interpretationen zum Leuchten, und Irene Roldán am Cembalo vertritt Spanien mit Solers berühmtem Fandango. Werke von Vivaldi bis Leclair, von Falconieri bis Telemann – alle inspiriert von der Tanzmusik ihrer Zeit – verbinden sich zu einer musikalischen Reise durch die Nationen des Barock.
Am Freitag erleben wir das junge, mehrfach ausgezeichnete Ensemble Barock_Plus mit den beiden Blockflötistinnen Tabea Wink und Marie Wunder. In ihrem Programm in Freundschaft erklingen familiäre und künstlerische Verbindungen zwischen der Familie Bach und Telemann ebenso wie das Meister-Schüler-Verhältnis von Corelli und Geminiani – in fein gezeichneten musikalischen Dialogen.
Am Abend folgt ein Fest der Spielfreude mit Wildes Holz und park – Die Klassische Band. Close-Harmony-Arrangements, Jazz-Anklänge, barocke Virtuosität und Rock-Energie treffen aufeinander: von „Mr. Sandman“ bis Highway to Hell – Blockflöte in ihrer wohl überraschendsten, mitreissendsten Form.
Der Samstag beginnt mit musikalischen Grüssen aus Fernost. Die taiwanesische Blockflötistin Meng-Heng Chen beleuchtet in Zwischen Licht und Schatten die expressive Klangwelt des 20. Jahrhunderts für Blockflöte und Klavier – von introspektiven Meditationen bis zu lebhaften zeitgenössischen Klangsprachen, gekrönt von einer aktuellen Stimme aus Taiwan.
Am Nachmittag kehren wir in die Erlöserkirche zurück zu mittelalterlichen Klangwelten: In Quando el Rey Nimrodpräsentieren das Ensemble fowr und Corina Marti Musik aus Sepharad und Ashkenas, mit Blockflöten, Clavicimbalum, Trommel sowie Ein- und Doppelflöten. Geschichten von Königen und Königinnen, Macht, Liebe und Heimatlosigkeit entfalten sich in eindringlicher musikalischer Erzählkraft.
Am Abend verwandelt sich der Rossini-Saal in einen klangvollen Palazzo: Das lang erwartete Debüt der Austrian Baroque Company unter der Leitung des virtuosen Blockflötisten Michael Oman verspricht ein Fest der Sinne. Flute’s Paradise führt von England nach Italien, von Marcello bis Tollet, von Pandolfi Mealli bis Ortiz – ein farbenreiches Panorama der europäischen Instrumentalmusik zwischen 1600 und 1750.
Im Rahmen der beiden Late-Night-Konzerte erleben Sie am Samstag Telemanns Fantasien und zeitgenössische Reflexionen, interpretiert von der herausragenden Blockflötistin Tabea Debus. Am Freitag verzaubern persische und armenische Klangfarben die Erlöserkirche: Reza Askarzadeh am Duduk und Chouchane Siranossian an der Violine entführen in musikalische Welten von eindringlicher poetischer Kraft.
Besonders am Herzen liegen uns die Vermittlungsformate: Der Meisterkurs mit mehreren Professorinnen und Professoren, die auf zwei Tage verteilten Knowledge Corners sowie die Intrada, die allen Blockflötenspielerinnen und Blockflötenspielern den gemeinsamen Einstieg ins Festival ermöglicht. Frank Oberschelp und Meng-Heng Chen übernehmen die musikalische Leitung dieses grossen Ensembles. Am Donnerstag um 17 Uhr erklingt ein Präsentationskonzert mit Werken von Bach, Gabrieli und Lully sowie moderner chinesischer Musik.
Den Abschluss bildet am Sonntagmorgen ein festlicher Gottesdienst in der Erlöserkirche mit dem Blockflötenkonzert von Christoph Graupner. Solistin ist Barbara Stumpf, begleitet vom Kammerorchester Bad Kissingen unter der Leitung von Jörg Wöltche.
Ich freue mich, Ihnen aussergewöhnliche Blockflötistinnen und Blockflötisten, Ensembles, Ausstellerinnen und Aussteller sowie engagierte Musikerinnen und Musiker unserer Zeit präsentieren zu dürfen – und mit Ihnen gemeinsam die Blockflötenfesttage zu erleben: als Ort der Begegnung, des Austausches, der Inspiration und der Freude an Klang, Handwerk und künstlerischer Gemeinschaft.
In grosser Vorfreude grüsse ich Sie herzlich und freue mich auf ein Wiedersehen im Mai
Ihr Maurice Steger



