Musikalische Sternstunden im Zeichen der Verbundenheit
Das Dream-Team Maurice Steger und Sebastian Wienand kehrt nach Gstaad zurück. Erleben Sie mit Family Matters ein aussergewöhnliches Konzertprogramm, das die tiefen menschlichen, freundschaftlichen und familiären Bande der Barockzeit im Hier und Jetzt feiert – ein funkelndes Feuerwerk Alter Musik in den Schweizer Bergen.
Eine gewachsene Liebe zur Gstaader Festivalfamilie
Es ist eine Rückkehr, die von Herzen kommt. Seit vielen Jahren gehört der weltberühmte Blockflötist zum festen Kern der grossen Familie des Menuhin Festivals Gstaad. In diesem Sommer schliesst sich der Kreis in der inspirierenden Gstaader Bergwelt erneut. Gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Partner, dem virtuosen Cembalisten Sebastian Wienand, bringt er die wunderschöne romanische Kirche in Rougemont zum Klingen. Das Publikum darf sich auf eines ihrer legendären Konzerte freuen – getragen von sprühendem Esprit, technischer Brillanz und einer spürbaren, puren Spielfreude.
«Family Matters» – wenn Nähe Meisterwerke erschafft
Unter dem tiefgründigen Titel ‚Family Matters‘ widmet sich Daniel Hope in seiner ersten Saison als Intendant des Menuhin Festivals Gstaad einerseits Yehudi Menuhin und den vielen Familienangelegenheiten und andererseits auch das kongeniale Duo Steger & Wienand den unsichtbaren Fäden, die grosse Kunst erst möglich machen. Das Programm zeichnet ein faszinierendes Porträt tiefer Freundschaften und eng verzweigter Bekanntschaften zwischen den berühmtesten Komponisten des barocken Zeitalters. Genau diese intensiven Begegnungen im engsten Kreis haben einige der schönsten und emotionalsten Kapitel im grossen Buch der Musikgeschichte geprägt.
Wie eng diese Verflechtungen waren, zeigt sich an vielen Beispielen des Abends: So erlangte Johann Sebastian Bach seine begehrte Position als Leipziger Thomaskantor massgeblich durch die Hilfe seines engen Freundes Georg Philipp Telemann. Telemann blieb bis zu seinem Lebensende ein wichtiger Berater der Familie Bach und übernahm stolz die Patenschaft für Carl Philipp Emanuel Bach. Um dessen G-Moll-Sonate rankt sich bis heute ein wunderbares Familiengeheimnis: Neueste Erkenntnisse der Musikwissenschaft zeigen, dass der junge Emanuel das Werk entweder ganz selbst verfasst oder mit tatkräftiger Unterstützung seines Vaters Johann Sebastian komponiert hat.
Von Italien nach Leipzig und London: Ein Netz aus Inspiration
Die Reise der Freundschaften führt an diesem Abend auch über die Alpen. Schon in jungen Jahren sog Johann Sebastian Bach den italienischen Stil begeistert auf. Seine originale Bearbeitung des Oboenkonzerts von Alessandro Marcello ist ein eindrucksvolles Zeugnis dieser tiefen künstlerischen Anerkennung. Alessandros jüngerer Bruder Benedetto Marcello verschrieb sich wiederum leidenschaftlich dem stile nobile und schuf, obwohl er sich selbst bescheiden als Amateurkomponist sah, Melodien von unvergesslicher, eindringlicher Schönheit für die Blockflöte.
Ebenso schrieben die norditalienischen Gebrüder Sammartini Geschichte. Während Giovanni Battista in seiner Kammermusik die aufkommende Klassik innovativ vorbereitete, feierte man seinen älteren Bruder Giuseppe als den besten Oboisten Europas. Durch die enge Zusammenarbeit mit Georg Friedrich Händel in London intensivierte sich schließlich seine Liebe zur Blockflöte, und er schenkte uns fantastische, hochenergetische Musik für dieses Instrument.
Maurice Steger und Sebastian Wienand verstauben diese historischen Partituren nicht im Museum. Sie übersetzen die Alte Musik mit einer ungeheuren, farbenreichen Energie direkt in die Gegenwart und machen die historischen Netzwerke im Hier und Jetzt fühl- und hörbar.
Das Konzertprogramm im Überblick
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Sonate E-Dur für Flöte und B. c., BWV 1035
Georg Philipp Telemann (1681–1767): Sonatine a-Moll für Blockflöte und B. c., TWV 41:a4
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Sonate g-Moll für Flöte und obligates Cembalo, H 542.5
Benedetto Marcello (1686–1739): Sonata d-Moll für Blockflöte und B. c., op. 2 Nr. 2
Alessandro Marcello (1673–1747)/Bearb. J. S. Bach: Concerto d-Moll für Cembalo solo, BWV 974
Benedetto Marcello (1686–1739): Sonata d-Moll für Blockflöte und B. c., op. 2 Nr. 2
Giovanni Battista Sammartini (1701–1775): Cembalosonate C-Dur
Giuseppe Sammartini (1693–1750): Sonata G-Dur für Blockflöte und B. c., op. 2 Nr. 2


